Der Kurt-Blaum-Platz als unverwechselbares Entree               im Osten der Innenstadt

Nach der gelungenen Fertigstellung des Verkehrsknotenpunktes als großräumiger Kreisverkehr und die verkehrstechnische Sanierung angrenzender Einfallstraßen wie die Leipziger- und die Willy-Brandt-Straße sowie die konzeptionelle Erneuerung eines wichtigen Teilstücks der Nürnbergerstraße steht einzig noch die Gestaltung im Zentrum des Verkehrskreisels Kurt-Blaum-Platz aus.

Ein Wettbewerb von sechs renommierten Künstlern und die Bewertung der Gestaltungsentwürfe durch eine hochrangige Jury hat den Entwurf des Japaners Kazuo Katase favoritisiert. Die alte Weisheit, dass man über Kunst nicht streiten kann, und die scheinbar konträre Erkenntnis, dass ein Kunstobjekt erst zu einem solchen wird, wenn darüber diskutiert und gestritten wird, hat sich bereits jetzt, nach der öffentlichen Vorstellung der Entwürfe, gezeigt.

SPD-Arbeitskreis Kultur für Katase-Skulptur

"Wir haben uns entschieden." Die Sprecherin des Arbeitskreises Kultur, Schule, Sport der Hanauer Sozialdemokraten, Beate Funck, freut sich über ein einstimmiges Votum des Gremiums in der Frage nach der künftigen Gestaltung des Kurt-Blaum-Platzes: alle Arbeitskreismitglieder stimmten für die Skulptur von Kazuo Katase.

Nach lebhafter Diskussion, so Funck weiter, fiel das Votum klar und eindeutig zugunsten des Entwurfs des in Kassel lebenden Künstlers aus. Wie schon in der Jury und auch in den bisherigen Internet-Foren sei bei den Gesprächen deutlich geworden, dass der "Zirkus Blaum" der Frankfurterin Eva Renée Nele ebenfalls sehr gut ankommt. Nicht nur deshalb, sondern vor allem wegen der unbestreitbar großen künstlerischen Qualität des Nele-Enwurfs hat sich der Arbitskreis nach den Ausführungen von Beate Funck dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt die Rechte für dieses Projekt sichern soll - "damit es unter Umständen an einer anderen Stelle in der Brüder-Grimm-Stadt in einer an den Platz angepassten Form verwirklicht werden kann."

Katases Vorschlag zeichne sich, so die übereinstimmende Meinung des Arbeitskreises, durch Klarheit bei gleichzeitiger Konzentration auf das künstlerisch Wesentliche aus. Auf der einen Seite zeichne sich die formal fast minimalistische Arbeit durch schwebende Leichtigkeit aus, auf der anderen Seite biete sie durch die nächtliche Beleuchtung eine hohe Wandlungsfähigkeit und sehr hohe Präsenz.

So sehr sich Beate Funck über die klare Haltung ihrer Parteifreunde freut, um so mehr bedauert sie die "befremdliche und einer Volkspartei unwürdigen Diskussionsführung der Hanauer CDU". Despektierliche Vorwürfe gegen die Jury und populistische Stammtischparolen gegen Kunst im Allgemeinen sind nach Funcks Worten "dieser Stadt unwürdig". Die CDU-Beiträge zu dieser ansonsten sehr kritischen, farbenfrohen und lebendigen Debatte beschädigten letztlich des Image der CDU selbst, dies sei bedauerlich, "zumal ich über Jahre hinweg viele Kolleginnen und Kollegen der CDU als kulturinteressiert und engagiert erlebt habe". Doch die Zeit für Freigeister sei bei den Christdemokraten an Main und Kinzig offensichtlich leider vorbei. (Pressemitteilung vom 27. Febr. 2008)